Chrome Web Store: Gebühr, Prüfdauer und häufige Ablehnungsgründe
Was das Entwicklerkonto kostet, wie lange die Prüfung dauert, warum Erweiterungen abgelehnt werden und was Sie vor der Einreichung prüfen sollten.
Der Chrome Web Store verlangt eine einmalige Registrierungsgebühr von 5 US-Dollar pro Entwicklerkonto, danach ist das Veröffentlichen kostenlos. Die Prüfung neuer Erweiterungen und Updates dauert laut Google in den meisten Fällen wenige Tage, kann sich aber auf einige Wochen ausdehnen. Abgelehnt wird vor allem wegen unnötiger Berechtigungen, unklarer Beschreibungen, fehlender Datenschutzangaben und verschleiertem oder nachgeladenem Code.
Kosten: was Sie wirklich zahlen
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Registrierung als Entwickler | einmalig 5 US-Dollar |
| Veröffentlichung je Erweiterung | keine |
| Updates | keine |
| Provision auf Verkäufe | entfällt, der Store wickelt keine Zahlungen mehr ab |
Die Gebühr wird bei der Einrichtung des Kontos fällig, bevor Sie das Entwickler-Dashboard nutzen können. Google begründet sie unter anderem damit, die Zahl von Wegwerfkonten für Schad-Erweiterungen zu verringern. Bezahlfunktionen müssen Sie selbst umsetzen, da der Store keine eigene Zahlungsabwicklung für Erweiterungen mehr anbietet. Welche Modelle es gibt, beschreibt der Beitrag Add-ons monetarisieren.
Das Entwicklerkonto einrichten
- Melden Sie sich mit einem Google-Konto an. Empfehlenswert ist ein eigenes Konto nur für die Veröffentlichung, nicht Ihr privates Hauptkonto.
- Aktivieren Sie die Bestätigung in zwei Schritten. Ohne sie lässt der Store keine Veröffentlichung zu.
- Akzeptieren Sie die Entwicklervereinbarung und die Programmrichtlinien.
- Bezahlen Sie die Registrierungsgebühr.
- Hinterlegen Sie eine Kontakt-E-Mail-Adresse und bestätigen Sie sie.
- Geben Sie an, ob Sie als Händler (Trader) auftreten. Händler müssen zusätzliche Kontaktdaten angeben, die im Store angezeigt werden.
Schützen Sie das Konto gut. Wer es übernimmt, kann ein Update an alle Nutzer Ihrer Erweiterung ausliefern. Phishing-Mails, die angeblich vom Chrome Web Store stammen und zu einer Anmeldung auffordern, sind ein bekannter Angriffsweg.
Ablauf der Prüfung
Nach dem Hochladen des ZIP-Pakets und dem Ausfüllen aller Angaben reichen Sie die Erweiterung zur Prüfung ein. Google kombiniert automatische Analysen mit manueller Kontrolle. Bereits veröffentlichte Erweiterungen werden zudem in regelmäßigen Abständen erneut geprüft, nicht nur bei Updates.
Wovon die Dauer abhängt
Google selbst nennt für die meisten Erweiterungen einige Tage und warnt, dass es bis zu einigen Wochen dauern kann, etwa bei hohem Einreichungsaufkommen. Erfahrungsgemäß verlängern folgende Faktoren die Prüfung:
- weitreichende Host-Berechtigungen wie Zugriff auf alle Websites,
- sensible API-Berechtigungen, zum Beispiel für Verlauf, Cookies oder Netzwerkanfragen,
- viel oder schwer lesbarer Code,
- ein neues Entwicklerkonto ohne Vorgeschichte,
- Änderungen, die die Funktion der Erweiterung grundlegend verändern.
Veröffentlichung steuern
Bei der Einreichung können Sie festlegen, dass die Erweiterung nach bestandener Prüfung nicht sofort, sondern erst auf Ihren Klick veröffentlicht wird. Das ist nützlich, wenn ein Update zu einem bestimmten Termin erscheinen soll. Außerdem lässt sich ein Update schrittweise an einen Prozentsatz der Nutzer ausrollen, sofern die Erweiterung genügend Nutzer hat.
Der Store-Eintrag: was Prüfer und Nutzer sehen
Der Eintrag im Store besteht aus mehreren Reitern im Dashboard, die alle vollständig sein müssen, bevor sich eine Einreichung absenden lässt:
- Store-Eintrag: Beschreibung, Kategorie, Sprache, Symbol, Screenshots und optional ein Werbebild oder Video. Die Beschreibung sollte in den ersten Sätzen sagen, was die Erweiterung tut und für wen sie gedacht ist.
- Datenschutzpraktiken: Hier beschreiben Sie den einen Zweck der Erweiterung, begründen jede Berechtigung, geben an, ob Sie nachgeladenen Code verwenden, und legen offen, welche Arten von Nutzerdaten Sie erheben. Zusätzlich bestätigen Sie, dass Sie Daten nicht für fremde Zwecke verkaufen oder nutzen.
- Vertrieb: Sichtbarkeit (öffentlich, nicht gelistet, privat) und die Länder, in denen die Erweiterung angeboten wird.
Die Angaben zu den Datenschutzpraktiken erscheinen auf der Store-Seite für Nutzer. Sie werden mit dem tatsächlichen Verhalten der Erweiterung abgeglichen. Widersprüche, etwa eine Erweiterung, die Daten an einen Server sendet, aber „keine Datenerhebung“ angibt, sind ein sicherer Weg zur Ablehnung oder späteren Entfernung. Nehmen Sie sich für diesen Reiter Zeit und halten Sie ihn bei jedem Funktionsupdate aktuell.
Häufige Ablehnungsgründe
Bei Ablehnungen nennt Google in der Regel einen Verstoßcode aus einer Farbe und einem chemischen Element. Die folgenden gehören zu den häufigsten:
| Code | Bedeutung | Abhilfe |
|---|---|---|
| Purple Potassium | mehr Berechtigungen als nötig | unbenutzte Rechte entfernen, activeTab statt Zugriff auf alle Websites |
| Yellow Zinc | fehlende oder unzureichende Angaben (Beschreibung, Symbol, Screenshots) | Eintrag vollständig und aussagekräftig ausfüllen |
| Red Titanium | verschleierter Code | lesbaren Code einreichen, Minifizierung ist erlaubt, Verschleierung nicht |
| Blue Argon | nachgeladener Code unter Manifest V3 | alle Logik ins Paket, keine externen Skripte oder eval |
| Yellow Argon | Keyword-Spam in Titel oder Beschreibung | natürliche Beschreibung ohne Listen von Suchbegriffen |
| Purple Lithium | Umgang mit Nutzerdaten, fehlende Datenschutzerklärung | Datenschutzerklärung verlinken, Angaben zur Datennutzung korrekt ausfüllen |
Daneben scheitern Einreichungen oft an der Regel, dass eine Erweiterung einen einzigen, klar umrissenen Zweck haben muss. Eine Erweiterung, die Wetter anzeigt, Gutscheine sucht und nebenbei die Startseite ändert, hat schlechte Chancen. Ebenso problematisch sind Erweiterungen, deren Funktion sich ohne Konto oder ohne Erklärung nicht prüfen lässt. Legen Sie für Prüfer in diesem Fall Testzugangsdaten und eine kurze Anleitung bei.
Checkliste vor der Einreichung
- Berechtigungen prüfen: Wird jede Berechtigung im Code tatsächlich genutzt? Lässt sich ein Websitezugriff durch
activeTaboder optionale Berechtigungen ersetzen? - Begründungen schreiben: Das Dashboard fragt für jede Berechtigung nach einer Begründung. Formulieren Sie konkret, wofür sie gebraucht wird.
- Datennutzung offenlegen: Füllen Sie die Angaben zum Datenschutz wahrheitsgemäß aus und verlinken Sie eine Datenschutzerklärung, wenn Nutzerdaten verarbeitet werden.
- Code lesbar halten: Kein verschleierter Code, keine externen Skripte, kein
eval. - Eintrag vollständig: aussagekräftiger Name, Kurzbeschreibung, ausführliche Beschreibung, Symbol, mindestens ein Screenshot, Kategorie, Sprache.
- Funktion testen: Die Erweiterung muss unmittelbar nach der Installation funktionieren oder klar erklären, was zu tun ist.
- Paket prüfen:
manifest.jsonauf oberster Ebene im ZIP, keine Entwicklungsdateien wie.gitoder Quellkarten mit sensiblen Pfaden.
Welche Berechtigungen aus Nutzersicht als heikel gelten und deshalb besonders kritisch geprüft werden, erklärt der Beitrag Welche Berechtigungen von Browser-Erweiterungen sind gefährlich?. Wie Sie die Erweiterung technisch aufsetzen, zeigt die Anleitung Chrome-Erweiterung programmieren.
Abgelehnt: was jetzt?
Lesen Sie die E-Mail mit der Ablehnung genau. Sie nennt den Verstoß und oft die betroffene Stelle. Danach haben Sie zwei Wege:
- Korrigieren und neu einreichen: Der übliche Weg. Beheben Sie den genannten Punkt und prüfen Sie dabei gleich die übrigen Punkte der Checkliste, damit die nächste Runde nicht an etwas anderem scheitert.
- Einspruch einlegen: Wenn Sie die Entscheidung für falsch halten, können Sie über das Entwickler-Dashboard Einspruch einlegen. Begründen Sie sachlich, warum Ihre Erweiterung den Richtlinien entspricht, und verweisen Sie auf konkrete Stellen im Code oder in der Beschreibung.
Wiederholte schwere Verstöße können zur Sperrung des Entwicklerkontos führen. Nehmen Sie Ablehnungen deshalb ernst, auch wenn sie im Einzelfall kleinlich wirken.
Updates: jede Version wird erneut geprüft
Ein Update reichen Sie als neues ZIP-Paket im Entwickler-Dashboard ein. Die Versionsnummer in der manifest.json muss dabei höher sein als die der veröffentlichten Fassung, sonst lehnt das Dashboard den Upload ab. Auch Updates durchlaufen die Prüfung, kleine Änderungen am Code meist ähnlich schnell wie die Erstprüfung, neue Berechtigungen oder Websitezugriffe dagegen oft gründlicher.
Zwei Folgen sollten Sie einplanen:
- Zurückrollen planen: Ob und in welchem Umfang das Dashboard das Zurücksetzen auf eine frühere Version anbietet, hat sich im Lauf der Zeit geändert. Der Weg, der immer funktioniert: den alten, funktionierenden Code mit einer neuen, höheren Versionsnummer erneut hochladen.
- Neue Warnungen bremsen Nutzer: Fordert ein Update Rechte mit neuer Warnung an, deaktiviert Chrome die Erweiterung bei bestehenden Nutzern, bis diese zustimmen. Ein Teil der Nutzer tut das erfahrungsgemäß nie.
Nach der Veröffentlichung
Die Arbeit endet nicht mit der Freigabe. Beobachten Sie Bewertungen und Supportanfragen, reagieren Sie auf Änderungen der Programmrichtlinien und halten Sie die Datenschutzangaben aktuell, wenn sich die Funktion ändert. Verkaufsangebote für Ihre Erweiterung sollten Sie kritisch prüfen: Übernahmen beliebter Erweiterungen durch Unbekannte sind ein bekannter Weg, Werbung oder Datensammlung einzuschleusen.
Fragen und Antworten
- Muss ich die Gebühr für jede Erweiterung neu bezahlen?
- Nein. Die Registrierungsgebühr fällt einmal pro Entwicklerkonto an. Danach können Sie mehrere Erweiterungen veröffentlichen, wobei Google die Zahl der Einträge pro Konto begrenzen kann.
- Kann ich eine Erweiterung veröffentlichen, die nur bestimmte Personen sehen?
- Ja. Neben öffentlich gibt es die Sichtbarkeit nicht gelistet, bei der nur Personen mit Link die Erweiterung finden, und privat, bei der nur ausgewählte Testpersonen oder Mitglieder einer Google-Workspace-Domain Zugriff haben.
- Werden auch Updates geprüft?
- Ja. Jede neue Version durchläuft die Prüfung. Kleine Updates ohne neue Berechtigungen sind oft schneller durch als Ersteinreichungen. Neue oder erweiterte Berechtigungen führen eher zu einer gründlicheren Prüfung.
- Was passiert, wenn meine Erweiterung nach der Veröffentlichung entfernt wird?
- Sie erhalten eine E-Mail mit dem Grund, oft mit einem Verstoßcode. Beheben Sie das Problem und reichen Sie eine korrigierte Version ein. Halten Sie die Entscheidung für falsch, können Sie über das Entwickler-Dashboard Einspruch einlegen.
- Brauche ich als Privatperson ein Gewerbe für den Chrome Web Store?
- Nicht zwingend. Sie müssen aber angeben, ob Sie als Händler im Sinne des EU-Rechts auftreten. Wer mit Erweiterungen Geld verdient, sollte diese Frage sorgfältig klären, im Zweifel mit fachkundiger Beratung.
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